Schamanische Traumdeutung, 2. Teil: Traum und Wirklichkeit

Sie befinden sich gerade mitten in unserem faszinierenden Interview mit dem bekannten Traumdeutungsforscher Prof. Dr. Baz. U. Do Wu & Co.-Vice-Präsident, dem Leiter des renommierten Instituts für subkortikale Traumforschung und astrale Traumdeutung, im Folgenden einfach Professor oder kurz auch Herr Dowutse genannt.

Der Professor fährt also nahezu ohne Atem zu holen emsig fort:

„Der Traum wird in diesem archaischen Konzept mit dem Begriff der Wirklichkeit gleichgesetzt. Alles Wirkliche wird also als Traum betrachtet und jeglicher Traum stellt eine in sich gültige und kraftvolle Wirklichkeit dar. Diese Träume lassen sich mitunter sogar besser tagsüber und mit offenen oder geschlossenen Augen verfolgen. Verstehen Sie? Der Traum ist dann das Wirkliche.

Das Wirkliche ist auch nur ein Traum. Die verschiedenen Träume haben in diesem spannenden Konzept nun auch verschiedene Absichten, sind Träger verschiedenster Kräfte und bewegen sich in verschiedene Richtungen der Wirklichkeitsentfaltung.

Die Träume sind die Geschichten, in denen wir uns bewegen und sie sind darüber hinaus auch die Veränderung der Geschichten durch die Magie, wenn wir diese zu rufen imstande sind. Eine faszinierende Vorstellung, nicht wahr? Vor diesem Hintergrund können Sie mit einem Mal die spirituelle und magische Lebenswelt von Indigenen gleich viel besser verstehen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es auch einige Theorien gibt, denen zufolge die Träume selbst die eigentlichen Hüter der Realität sein sollen.“

„Was meinen Sie denn damit, Herr Dowutse, ich meine, was sollen wir uns unter diesem Ausspruch, die Träume seien die eigentlichen Hüter der Realität, denn vorstellen?“

„Nun, schauen Sie nur,“ sagt der Professor, „wir müssen das vielleicht etwas vorsichtiger angehen. Falls diese Theorien zutreffen, können uns die Träume hören. Sie reagieren dann bisweilen auch recht heftig auf die Offenlegung ihrer Geheimnisse. Sehen Sie, ich kann Ihnen das trotzdem jetzt gern einmal im Detail erläutern. Aber, Moment, warten Sie, ich glaube, wir sollten vielleicht…..“ Die Stimme des Professors wird in diesem Moment ziemlich leise und verliert sich schließlich im Bereich des Unhörbaren.

Doch etwas Seltsames beginnt sich zugleich hier in der geräumigen Wohnküche Herrn Dowutses abzuspielen. Irgendwie scheint wohl ein Experiment des hochangesehenen Traumforschers ein wenig aus den Fugen geraten zu sein.

Mit lautem Knacken hat sich gerade die Kühlschranktür des mitten in der Küche platzierten riesenhaften amerikanischen Kühlschranks geöffnet und eine nebelhafte Wolke in die gerade noch sonnenhell erleuchtete Küche des von uns interviewten Gelehrten entlassen.

Mit unheimlicher Geschwindigkeit breitet sich diese traumartige Nebelwolke in Richtung Herrn Dowutses aus und hat ihn auch schon erreicht.

Über das Gesicht Herrn Dowutses huscht ein seltsames, halb glückliches, halb sentimentales Lächeln, und es scheint, als wollte er zu einem letzten wichtigen Statement ansetzen, doch mit einem leichten Kopfschütteln verwirft er scheinbar diesen Gedanken und verschwindet mit einem Mal direkt vor unseren Augen zur Gänze im Nebel des Traums.

„Sie werden kaum glauben, was immer wieder alles so mir nichts dir nichts einfach den Bach hinunter geht. Manchmal bleibt es aber auch im Traum hängen und verfolgt uns so noch eine ganze schöne Weile. Eine schöne Weile ist ja sozusagen auch eine lange. Lange Weile und Langeweile sind aber keinesfalls dasselbe, nicht wahr“…Auch dies ein Ausschnitt aus einer Rede des verehrten aber leider allzu früh verschwundenen Traumprofessors. An der Faszination dieses kurzen Textabschnittes kann man leicht erkennen, wie sehr Herr Dowutse uns allen in der Zwischenzeit bereits abgeht.

Wie es im Bericht eines unserer geschockten Mitarbeiter heißt:

„Wir können gerade noch mitansehen, wie sich ein plötzlich aus dem Kühlschrank des verehrten Professors austretender dichter Traumnebel über seine aufrecht vor uns stehende Gestalt legt und Herrn Dowutse mit einem Mal unseren Augen völlig entzieht.

Sekundenlang breitet sich die Nebelwand bis dicht vor unserer Kamera aus, dann verschwindet sie mit einem satten Geräusch, das wie ein dumpfes Plobb, klingt, plötzlich wieder aus unserem Blickfeld. Mit ihr der Professor oder, wie er sich selbst gern von uns bezeichnen ließ, Herr Dowutse. Er wurde einfach vom Traum, über den er gerade noch so kundig erzählt hatte, aufgesogen.“

Wie aber geht es nun weiter mit dem Professor, der Traumdeutung und dem Wissen der Schamanen und Magier über Träumen und Wachen?

Lesen Sie weiter im nächsten Teil dieses faszinierenden Blogs über den Traum, seine Deutung und seine oft überraschenden Untiefen.
Erwarten Sie aber nur nicht, dass Sie ohne Erschütterung Ihrer bisherigen Weltsicht – sozusagen ungeschoren – aus dem Traum herausfinden werden.

Im Traum ist bekanntlich alles möglich.
Das gilt umso mehr für Sie und mich, wenn wir uns den noch nahezu unerforschten und daher dem normalen Sterblichen tatsächlich weitgehend unbekannten Gefilden des magischen Träumens nähern.
Sie werden schon sehen. Alles kommt noch besser, bis es schließlich…

Aber mehr dazu im Folgenden.

Kaum passiert einmal, was nun einmal bisweilen so passiert, schon blicken wir in Ratlosigkeit gen Himmel. Falls von dort nun auch keine Antwort kommt, wenden wir uns zumeist wieder dem Irdischen zu. Wie schade eigentlich….
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